Drohnenabsturz über Wasser? Wertvolle Tipps für Kopterpiloten!

Der Drohnenflug über Wasser ist mit vielen Gefahren und Risiken verbunden. Wir geben Ihnen einige hilfreiche Tipps.

Bald begint sie wieder: Die Sommerurlaubszeit! Der perfekte Zeitpunkt, um mit der eigenen Drohne spektakuläre Aufnahmen aus der Vogelperspektive zu filmen. Sei es in der heimischen Umgebung oder in der Urlaubsregion. Je außergewöhnlicher und eindrucksvoller die Motive, desto besser.

Sind Drohnenflüge über Wasser in Deutschland verboten?

Luftaufnahmen über Wasser haben einen besonderen Reiz. Doch das Überfliegen von Gewässern ist nicht überall erlaubt. So sind Drohnenflüge laut der Luftverkehrsordnung (LuftVO) an oder über deutschen Bundeswasserstraßen wie zum Beispiel dem Rhein, der Donau oder Elbe nicht erlaubt. Besteht der Wunsch, eine Drohne über eine Bundeswasserstraße zu steuern, muss bei der zuständigen Landesluftfahrtbehörde eine Einzelaufstiegsgenehmigung beantragt werden.

Seen liegen zumeist in Naturschutz- oder Vogelschutzgebieten oder in Naturparks. In Deutschland ist der Drohnenbetrieb in diesen Gebieten untersagt. Wer ein Gewässer, einen Kanal, einen See oder Fluss überfliegen möchte, der sollte sich im Vorfeld über die APP der deutschen Flugsicherung oder bei der zuständigen Landesbehörde erkundigen. Hier finden Sie die Kontaktadressen der jeweiligen Landesluftfahrtbehörde.

Überwasserflüge in der Urlaubsregion

Drohnenflüge über Flüsse, Bergseen oder an Stränden in der jeweiligen Urlaubsregion sind besonders faszinierend und bieten eindrucksvolle Motive. Auch hier ist es wichtig, sich vor dem Start bei den örtlichen Behörden oder im Tourismusbüro zu informieren, ob Drohnenflüge generell erlaubt sind oder spezielle Fluggenehmigungen benötigt werden.

Der Drohneneinsatz über dem Wasser ist risikoreich

Der Drohnenflug über dem Wasser birgt viele Gefahren und Risiken. Beim Betrieb der Drohne auf offener See sollte sich der Pilot auf Interferenzen einstellen, die GPS-Signale und den Kompass beeinflussen oder stören können. Beachtet werden sollte auch die Windgeschwindigkeit, die auf dem Wasser meist stärker ist als auf dem Land. Die automatische Sensorik des Kopters, die ein Abdriften verhindern soll, benötigt über Wasser viel mehr Akkuleistung als bei windstillen Flugbedingungen. Auch das Vision Positioning System (VPS), wie es bei der DJI Phantom 4 zu finden ist, um den Kopter in geringen Höhen zu stabilisieren, kann durch das reflektierende Licht von der Wasseroberfläche gestört werden. Es empfiehlt sich, das System nach Möglichkeit zu deaktivieren.

Warum es sinnvoll ist, die maximale Flugdistanz bei Flügen über Wasser zu erhöhen oder den Abflugpunkt des Kopters, wenn dieser von einem Boot aus gestartet wird, manuell neu zu setzen, erfahren Sie bei DJI Guides: Wie man sicher über Wasser fliegt!

Kann eine ins Wasser gestürzte Drohne geborgen werden?

Auch wenn eine ins Wasser gestürzte Drohne zumeist zum Totalschaden führt, mithilfe des GetterBack Systems kann eine ins Wasser gestürzte Drohne bis zu einer Tiefe von 30 Metern gefunden und geborgen werden. Das System besteht aus einer kleinen gelben Kapsel, die mittels Klettverschluss an der Drohne befestigt wird. Fällt der Kopter ins Wasser, wird die kleine Schwimmboje durch den bestehenden Wasserdruck aktiviert; und das bereits ab einer Tiefe von nur drei Metern. Die gut sichtbare gelbe Boje, die mit einer Schnur an der Drohne befestigt ist, steigt dann zur Wasseroberfläche auf. Die Drohne kann nun problemlos aus dem Wasser gezogen werden. www.Getterback.com

Ein weiteres Rettungssystem für Drohnen ist das CopterGuard System. Eine Rettungsboje die bei Wasserkontakt automatisch aktiviert wird und die Drohne vor dem absinken an der Wasseroberfläche hält. Aufgrund der signalroten Außenhülle ist die Boje auch bei schlechten Witterungsbedingungen gut zu erkennen. Wie das CopterGuard System funktioniert sehen Sie im Video, Kaufanfragen über u-rob.com.

Ein Drohnenrettungssystem kann durchaus sinnvoll sein, wenn eine aus dem Wasser geborgene Drohne einem Kasko-Versicherer vorgezeigt und begutachtet werden soll. Auch im Garantie- und Gewährleistungsfall kann ein Drohnen-Rettungssystem eine hilfreiche Anschaffung sein.

Erste Hilfe-Maßnahme

Zunächst sollte der Akku nach der Wasserrettung sofort aus dem Kopter entfernt und später durch ein Neuprodukt ersetzt werden. Auch wenn es sich banal anhört: Um den Kopter von der Feuchtigkeit zu befreien, ist es ratsam, ihn in Reis zu legen. Die Getreidekörner entziehen dem Gerät jegliche Flüssig- und Feuchtigkeit. Auch wenn es sich hierbei um einen langwierigen und zeitintensiven Prozeß handelt, es ist eine Möglichkeit, das Fluggerät mit sehr viel Glück zu retten.

Drohnen-Reparatur über den Profi

Der Kopter kann zur Schadenüberprüfung auch zum Reparaturservice des Herstellers geschickt werden, zum Beispiel zu DJI. Im Internet finden sich aber auch Dienstleister, die sich auf die Reparatur von Multikoptern mit Wasserschaden spezialisiert haben.

Können Drohnenflüge über Wasser versichert werden?

Es gibt spezielle Drohnen-Kasko-Versicherungen, die gewerbliche Kopterflüge auch über Wasser versichern. Wie zum Beispiel die ZURICH-Versicherung. Nähere Informationen zur Drohnen-Kasko-Versicherung finden Sie auf drohnen-versicherung.com

 

Drohneneinsatz rettet zahlreichen Rehkitzen das Leben

Hegering Halle startete erfolgreiches Pilotprojekt und bewahrt Rehkitze vor dem Mähtod

Kameradrohnen spüren Rehkitze auf und retten ihnen das Leben

Im Jahr 2018 startete der Hegering Halle (Hegering = Jägerschaft auf lokaler Ebene) ein Pilot-Projekt zur Rettung von Rehkitzen vor Mähdreschern. Mithilfe von Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind, konnten bisher alle Rehkitze in Halle vor dem sicheren Mähdreschertod gerettet werden. Weil Landwirte die Kitze von ihren Führerständen aus garnicht oder zu spät entdeckten, verstarben im letzten Jahr noch 18 Jungtiere durch die gewaltigen Landmaschinen.

Rehkitze laufen vor der herannahenden Gefahr nicht davon

Droht Gefahr, dann laufen Rehkitze nicht davon, sondern verstecken sich tief liegend im hohen Gras. Weil die Jungtiere in den ersten vier Wochen ihres Lebens noch keinen ausgeprägten Fluchtinstinkt besitzen, verhalten sie sich indessen anders als erwartet. Werden sie nicht direkt durch das Mähwerk der Landmaschine getötet, drohen ihnen zumeist qualvolle Verstümmelungen.

Die Saison hat bereits begonnen

Über 40 Hektar Feldfläche sollen in Halle mit den zwei Drohnen abgeflogen werden, um Rehkitze im hohen Gras aufzuspüren. Wird ein Tier entdeckt, eilen sog. Buschmänner zur Fundstelle und verbringen das gefundene Jungtier, ohne es zu berühren, an einen sicheren Ort oder in den angrenzenden Wald.

WDR berichtet über erfolgreiche Tierrettung

Auch die WDR-Lokalzeit ist auf die außergewöhnliche Rettungsaktion der Rehkitze aufmerksam geworden. Ein Fernsehteam besuchte kürzlich den Hegering Halle und fertigte einen informativen zweieinhalbminütigen Kurzfilm über die Rettungsaktion an.

Drohnen-Journal.de berichtete über Rehkitz-Rettung

Bereits im Juli 2018 berichtete das Drohnen-Journal über die erfolgreiche Rettung zahlreicher Rehkitze vor den todbringenden Mähdreschern.