Aldi Süd verkauft Billig-Drohne! Das sollten Käufer unbedingt wissen!

Vor dem ersten Start unbedingt an Haftpflichtversicherungsschutz denken!

Pünktlich zum Vorweihnachtsgeschäft wurden bei ALDI-Süd vom 23.11.2017 an „Jamara“ Quadrokopter für den In- und Outdoor-Einsatz für 24,99 Euro angeboten. Der Kopter ist bis zu 40km/h schnell. Damit eignet sich das Fluggerät eher für den Einsatz im Freien als in bestehenden Räumlichkeiten. Der Hersteller weist auf der Verpackung ausdrücklich daraufhin, dass es sich bei dem AX8-Kopter um einen Modellbauartikel und nicht um ein Spielzeug handelt. Zudem ist das Fluggerät auch nur für Personen ab dem 14. Lebensjahr geeignet. Ab dem 04.12.2017 weitet ALDI die Verkaufsaktion aus und bietet einen Jamara Kopter mit eingebauter Kamera für Foto- und Videoaufnahmen für nur 39,99 Euro an.

Wer sich beim Einkauf im Discounter für den Kauf eines Quadrokopters entscheidet und diesen im öffentlichen Luftraum bewegen will, sollte sich zuvor mit den gesetzlichen Regelungen und Vorschriften auseinandersetzen. Vielen Endkunden ist die Rechtslage, speziell beim Flug mit unbemannten Fluggeräten, gar nicht bekannt. Sie wissen nicht, dass eine Drohnen-Haftpflichtversicherung in Deutschland Pflicht ist und in welchen Gebieten absolutes Flugverbot besteht; woher auch, wenn man im Modellflugbereich nicht Zuhause ist!

Verkäufer und Händler von unbemannten Fluggeräten haben gegenüber dem Endkunden eine Informationspflicht, so ist es in der Fachpresse zu lesen. D.h. ALDI sollte seine Kunden darüber aufklären, dass für den Betrieb des Kopters im öffentlichen Luftraum der Abschluß einer Haftpflichtversicherung in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Versicherungspflicht ist von besonderer Bedeutung. Sie darf keineswegs gegenüber dem Endkunden verschwiegen werden, denn der Hinweis auf die Versicherungspflicht ist eine vertragliche Nebenpflicht des Verkäufers!

Wer glaubt, dass der Kopter automatisch in der privaten Haftpflichtversicherung mitversichert ist, der irrt. Wichtig zu wissen ist, dass bei Drohnen nicht die Verschuldenshaftung, wie in der privaten Haftpflichtversicherung üblich, sondern die Gefährdungshaftung gilt. (Lesen Sie dazu unseren Blogbeitrag: Was bedeutet Gefährdungshaftung eigentlich?). Im Klartext heißt das: Im Schadenfall muss kein Verschulden des Piloten vorliegen. Wird die Drohne von einer Windböe erfasst und verursacht einen Personen- oder Sachschaden, haftet der Pilot für alle Schäden. Somit kann der Ausflug mit einer Drohne ohne Versicherungsschutz zu einem gefährlichen Spaß mit weitreichenden Folgen werden.

Drohnenpiloten sollten sich daher im Vorfeld über die gesetzlichen Regelungen informieren und sich mit einer Luftfahrt-Haftpflichtversicherung optimal absichern. Welche Bußgelder drohen, wenn gegen gesetzliche Auflagen verstoßen wird lesen Sie auf unserem Blog: Beachtung gesetzlicher Vorschriften beim Drohnenflug.

Die Beantragung einer Luftfahrt-Haftpflichtversicherung ist bereits für unter 70 Euro Jahresprämie online in nur 3 Minuten möglich. Der Versicherungsschutz besteht bereits am Folgetag. Hier sind weitere Informationen zur Drohnen-Haftpflichtversicherung aufgeführt.

Eine wichtige Frage: Was bedeutet Gefährdungshaftung eigentlich?

Ist meine Drohne in einer privaten Haftpflichtversicherung ausreichend versichert?

Die Erklärung ist im Prinzip ganz einfach:
Wer einen Multikopter in Deutschland im öffentlichen Luftraum betreibt, unterliegt grundsätzlich der Gefährdungshaftung gegenüber Dritten. Die Gefährdungshaftung ist eine Schadenersatzpflicht die kein Verschulden des Piloten voraussetzt; wie in der privaten Haftpflichtversicherung, sondern beruht darauf, dass der Drohnenpilot im Rahmen seiner Flugtätigkeit eine Gefährdung für seine Umgebung herbeiführt.

Bei der luftverkehrsrechtlichen Drittschadenhaftung, gemäß der §§ 33 ff. LuftVG, handelt es sich um die strengste Art der Gefährdungshaftung im deutschen Privatrecht, welche in der Betriebsgefahr des Luftfahrzeugs begründet ist. Vielen Hobbypiloten ist oft nicht bewusst, dass sie mit ihrer Drohne erheblichen Schaden verursachen können, für die sie selbst haften können, wenn sie nicht optimal versichert sind.

Dazu ein Beispiel:

Sie fliegen Ihre Drohne mit dem gesetzlich geforderten Mindestabstand zu einer befahrenen Straße. Eine plötzliche Windböe ergreift Ihren Kopter. Er fliegt unkontrolliert und nicht mehr steuerbar in Richtung Straße und trifft auf einen vorbeifahrenden PKW, der durch den Aufprall des Fluggeräts stark beschädigt wird.

Wie ist die Haftungsfrage geregelt? Zahlt meine Versicherung?

Das Luftverkehrsgesetz besagt, dass der Halter eines Multikopters für jeden verursachten Schaden aufkommen muss. Ob der Schaden schuldhaft oder unverschuldet herbeigeführt wurde, spielt dabei keine Rolle. Damit ist die Sachlage eindeutig! Der Verursacher ist identifiziert. Er haftet für den verursachten Schaden gegenüber Dritten und ist verpflichtet, den durch die Drohne verursachten Schaden zu ersetzen.

Hat der Pilot schuldhaft gehandelt?

Was die Schuldfrage betrifft: Nein, denn für die plötzliche Windböe kann der Pilot nicht haftbar gemacht werden, dafür trifft ihn keine Schuld. Die private Haftpflichtversicherung kann vor diesem Hintergrund den Schaden ablehnen, da der Sachschaden ohne Verschulden des Piloten, entstanden ist. In der Regel ist solch ein Schadenereignis nicht im Umfang einer Privathaftpflichtversicherung enthalten. Die meisten Angebote von Privathaftpflichtversicherern umfassen zumeist nur die Verschuldenshaftung. Insofern könnte in unserem konstruierten Beispiel der Pilot für die Regulierung des entstandenen Sachschadens mit seinem Privatvermögen haften.
Anders verhält sich der Sachverhalt, wenn der Pilot eine spezielle Luftfahrthaftpflichtversicherung nach dem deutschen Luftverkehrsgesetz (LuftVG) abgeschlossen hat. Die Luftfahrtversicherung reguliert zusätzlich auch die Schäden, die auf unverschuldeten Ereignissen beruhen, wie z.B. bei einer Windböe, die der Pilot nicht verschuldet hat.

Die gesetzliche Versicherungspflicht

Für den Betrieb eines Multikopters im öffentlichen Luftraum besteht in Deutschland eine gesetzliche Haftpflichtversicherungspflicht, die im Luftverkehrsgesetz §43, Absatz 2 geregelt ist. Dazu heisst es: „Der Halter eines Luftfahrzeugs ist verpflichtet, zur Deckung seiner Haftung auf Schadensersatz nach diesem Unterabschnitt eine Haftpflichtversicherung in einer durch Rechtsverordnung zu bestimmenden Höhe zu unterhalten.“

Es ist daher immer ratsam, eine Luftfahrthaftpflichtversicherung abzuschließen, die den aktuellen Anforderungen des deutschen Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) entspricht. Hier finden Sie für privat und gewerbliche genutzte Drohnen den optimalen Drohnen-Haftpflichtversicherungsschutz für ihren Multikopter.

Wenn Sie sich dennoch überlegen, Ihre Drohne im Rahmen einer Privaten Haftpflichtversicherung mit Drohnen-Klausel zu versichern, empfehlen wir Ihnen, die Leistungen Ihres Privaten Haftpflichtversicherers mit denen unserer Luftfahrtversicherer anhand der beiliegenden Checkliste zu vergleichen.